IMEI, IMEISV und MEID: Die Geräte-Kennungen im Vergleich
· TR Vertriebs GmbH
Ein Überblick, wie sich die drei zentralen Geräte-Kennungen in Aufbau, Länge und Einsatzzweck unterscheiden.
Wer Geräte prüft, ankauft oder repariert, begegnet mehreren Kennungen, die auf den ersten Blick ähnlich wirken: IMEI, IMEISV und MEID. Alle drei identifizieren mobile Hardware, sie stammen aber aus unterschiedlichen Technikwelten und erfüllen verschiedene Aufgaben. Wer die Unterschiede kennt, vermeidet Verwechslungen bei der Erfassung im Warenwirtschaftssystem und weiß, welche Nummer für welchen Zweck taugt. Dieser Beitrag ordnet die drei Kennungen nach Aufbau, Länge und Einsatzbereich und zeigt, wo sie sich in der Praxis überschneiden.
Die IMEI (International Mobile Equipment Identity) besteht aus genau 15 Dezimalziffern. Die ersten acht bilden den Type Allocation Code (TAC), der Hersteller und Modelltyp kennzeichnet. Es folgen sechs Ziffern als geräteindividuelle Seriennummer, und die letzte Stelle ist eine Luhn-Prüfziffer, die einfache Tippfehler erkennbar macht. Die IMEI ist netzunabhängig fest im Gerät hinterlegt und lässt sich auf nahezu allen Mobiltelefonen über die Tastenkombination *#06# anzeigen. Sie ist die gebräuchlichste Kennung für Sperrlisten- und Herkunftsprüfungen.
Die IMEISV (IMEI Software Version) ist 16 Ziffern lang. Sie übernimmt die ersten 14 Stellen der IMEI, also TAC und Seriennummer, verzichtet jedoch auf die Luhn-Prüfziffer. Stattdessen hängt sie eine zweistellige Software Version Number (SVN) an, die den Stand der Gerätefirmware grob kennzeichnet. Netzbetreiber nutzen die IMEISV, um den Softwarestand angemeldeter Geräte zu erkennen. Für Bestands- und Sperrlistenprüfungen ist sie weniger relevant, weil dort die 15-stellige IMEI der Standard ist.
Die MEID (Mobile Equipment Identifier) stammt aus der CDMA-Welt und besteht üblicherweise aus 14 hexadezimalen Zeichen, also Ziffern und den Buchstaben A bis F. Sie löste die ältere, 32 Bit lange ESN (Electronic Serial Number) ab, als deren Nummernraum knapp wurde. Interessant: Die 14-stellige MEID entspricht im Aufbau den ersten 14 Stellen einer IMEI, weshalb Geräte für CDMA- und GSM-Netze oft beide Kennungen tragen. In vielen Regionen sind CDMA-Netze inzwischen abgeschaltet, die MEID begegnet daher vor allem bei älteren Geräten.
In der Praxis zeigt *#06# je nach Gerät eine oder mehrere dieser Kennungen an. Dual-SIM-Geräte haben pro Funkmodul eine eigene IMEI, sodass zwei 15-stellige Nummern erscheinen. Auf dem Verpackungsaufkleber, im Betriebssystem unter den Geräteinformationen und teils in den Gehäuseeinlegern lassen sich die Nummern gegenprüfen. Stimmen Display-Anzeige und Aufkleber nicht überein, ist das ein deutliches Warnsignal, das eine genauere Prüfung rechtfertigt.
Für Ankauf und Handel ist vor allem die IMEI maßgeblich, weil sich über sie Modellzuordnung, Sperrlistenstatus und Aktivierungssperren abfragen lassen. Die IMEISV liefert einen Zusatzhinweis auf den Firmwarestand, ersetzt die IMEI aber nicht. Die MEID spielt fast nur noch bei Altgeräten oder Importware aus CDMA-Märkten eine Rolle. Wer im Warenwirtschaftssystem sauber zwischen den Feldern trennt, verhindert, dass eine hexadezimale MEID versehentlich als IMEI erfasst und dann bei der Luhn-Prüfung fälschlich als fehlerhaft markiert wird.
Kurz zusammengefasst: Die IMEI mit 15 Ziffern ist die universelle Geräte-Kennung für GSM- und LTE/5G-Netze, die IMEISV mit 16 Ziffern ergänzt den Softwarestand, und die 14-stellige MEID entstammt der CDMA-Technik. Alle drei bezeichnen die Hardware, nicht die SIM-Karte oder den Anschluss. Wer diese Rollen auseinanderhält, erfasst Bestände korrekt und interpretiert Prüfergebnisse richtig. Im Zweifel gilt: die Nummer direkt am Gerät über *#06# erzeugen und mit dem Beleg abgleichen.