Faltbares Smartphone gebraucht kaufen: Scharnier, Innendisplay und Sperren richtig prüfen
· TR Vertriebs GmbH
Mit dem iPhone Duo steigt Apple in den Markt für faltbare Smartphones ein, Samsung verkauft seit August die achte Fold-Generation. Foldables wachsen 2026 gegen den schrumpfenden Gesamtmarkt – und die aktuellen Modelle von Samsung und Apple starten bei 1.299 bis 2.299 Euro. Worauf Käufer gebrauchter Falt-Handys zusätzlich achten müssen.
Am 9. September hat Apple sein erstes faltbares iPhone vorgestellt. Das iPhone Duo hat innen ein 7,6-Zoll-Display und außen eines mit 5,4 Zoll, kostet in Deutschland ab 2.299 Euro und kommt am 23. Oktober in den Handel; vorbestellen lässt es sich ab dem 16. Oktober. Samsung verkauft seine achte Generation schon seit dem 7. August: Das Galaxy Z Fold8 kostet laut Hersteller ab 1.999 Euro, das Fold8 Ultra ab 2.199 Euro und das Klapp-Modell Galaxy Z Flip8 ab 1.299 Euro. Wer ein Falt-Smartphone günstiger haben möchte, landet beim Gebrauchtkauf – und muss dort anders prüfen als bei einem klassischen Smartphone.
Das Angebot an gebrauchten Geräten dürfte wachsen, denn das Segment legt gegen den Trend zu. Das Marktforschungsinstitut IDC erwartet in seiner Prognose vom 26. August, dass die weltweiten Smartphone-Auslieferungen 2026 um 16,7 Prozent zurückgehen, die von Foldables dagegen um 12,6 Prozent auf 22,9 Millionen Geräte steigen. Counterpoint Research rechnet – so ein Bericht vom 8. September – damit, dass bis Ende 2026 insgesamt mehr als 100 Millionen faltbare Smartphones ausgeliefert sein werden, und erwartet für Apple noch in diesem Jahr bis zu sechs Millionen ausgelieferte faltbare iPhones.
Das empfindlichste Bauteil ist das Innendisplay. Anders als beim klassischen Smartphone muss seine Oberfläche biegsam bleiben: Apple beschreibt beim iPhone Duo eine kratzfeste Beschichtung und eine Nanotextur-Oberschicht aus einem speziellen Polymer, darunter hochfestes Glas; Samsung bringt auf dem Hauptdisplay ab Werk eine Schutzfolie an. Prüfen Sie das geöffnete Display bei schräg einfallendem Licht. Eine gewisse Falz in der Mitte ist bauartbedingt, Warnzeichen sind dagegen Blasen, abgelöste Folienränder, Druckstellen, Kratzer und Pixelfehler entlang der Knicklinie. Zeigen Sie nacheinander ein weißes und ein schwarzes Bild an und streichen Sie mit dem Finger über die gesamte Fläche, besonders über die Mitte, um Aussetzer der Touch-Erkennung zu finden.
Bei Samsung lohnt die Frage nach dieser Folie. Der Hersteller rät, die vorinstallierte Schutzfolie auf dem Hauptdisplay nicht zu entfernen. Die Garantie erlischt durch das Abziehen zwar nicht, Schäden am Display, die dabei entstehen, muss der Kunde aber selbst bezahlen. In Deutschland tauscht Samsung die Folie in den ersten 24 Monaten bis zu viermal kostenlos, höchstens zweimal pro Jahr – sofern Display und Rahmen sonst unbeschädigt sind. Fehlt die Folie oder ist sie beschädigt, fragen Sie nach dem Grund und nach Servicebelegen. Liegt der Kauf weniger als 24 Monate zurück, lohnt ein Blick auf die Rechnung: Dann kommt ein kostenloser Folientausch womöglich noch infrage.
Das zweite Verschleißteil ist das Scharnier – beim iPhone Duo besteht es laut Apple aus über 100 Einzelteilen. Öffnen und schließen Sie das Gerät mehrmals vollständig. Es sollte gleichmäßig laufen, ohne Knirschen oder Reiben, in Zwischenstellungen halten und sich vollständig schließen lassen; Knirschen deutet auf Fremdkörper im Mechanismus hin. Achten Sie dabei auf die Schutzart: Samsung gibt für Fold8, Fold8 Ultra und Flip8 IP48 an. Die 8 steht laut Samsung für Schutz beim Untertauchen bis 1,5 Meter für 30 Minuten, ausschließlich in Frischwasser. Die 4 bedeutet nach der Norm IEC 60529 nur Schutz gegen Fremdkörper ab einem Millimeter Größe – staubdicht ist das nicht.
Das iPhone Duo ist nach Apple-Angabe nach IP68 klassifiziert, also auch gegen Staub geschützt, bis zu sechs Meter Wassertiefe für bis zu 30 Minuten. Apple weist allerdings darauf hin, dass der Schutz vor Wasser und Staub nicht dauerhaft ist, durch normale Abnutzung nachlassen kann und die Garantie keine Flüssigkeitsschäden abdeckt. Für Gebrauchtkäufer heißt das: Die Schutzklasse beschreibt den Neuzustand. Wie gut ein gebrauchtes Gerät nach Stürzen oder Jahren im Einsatz noch abdichtet, lässt sich beim Kauf nicht prüfen.
Warum diese Prüfungen so wichtig sind, zeigen die Reparaturkosten. Für das Innendisplay des Galaxy Z Fold7 nannte Notebookcheck im Juli 2025 unter Berufung auf einen europäischen Ersatzteillieferanten einen Teilepreis von 761 Euro, für das Außendisplay 525 Euro – jeweils ohne Arbeitslohn. Beim Galaxy Z Flip7 waren es 342 beziehungsweise 207 Euro. Wer ein gebrauchtes Foldable ohne Restgarantie oder Versicherung kauft, trägt dieses Risiko allein. Lassen Sie sich deshalb die Originalrechnung zeigen und klären Sie, ob noch Herstellergarantie besteht und ob Reparaturen dokumentiert sind.
Die Sperrprüfung ist bei Foldables dieselbe wie bei jedem Smartphone, wegen der hohen Preise aber besonders wichtig. Lassen Sie sich vorab die IMEI geben und prüfen Sie Blacklist- und Sperrstatus. Da die Geräte in der Regel zwei SIM-Profile unterstützen, zeigt *#06# meist zwei IMEIs an; beide sollten zu Einstellungen und Verpackung passen. Bei Samsung muss der Verkäufer vor dem Zurücksetzen sein Google-Konto entfernen, sonst bindet der Werksreset-Schutz das Gerät weiter an sein Konto; auch das Samsung-Konto sollte abgemeldet sein. Beim iPhone muss „Wo ist?“ ausgeschaltet und das Gerät aus dem Apple Account des Verkäufers entfernt sein, sonst greift die Aktivierungssperre.
Beim iPhone Duo kommen zwei Besonderheiten hinzu. Es lässt sich laut Apple weltweit nur mit eSIM betreiben; einen Kartenschacht zum Testen mit der eigenen SIM gibt es nicht, der Netzsperrstatus muss also über die IMEI geprüft werden. Und statt Face ID sitzt Touch ID in der Seitentaste – testen Sie nach dem Zurücksetzen, ob sich ein eigener Fingerabdruck einrichten lässt. Vor allem aber gilt: Vor dem 23. Oktober kann niemand ein iPhone Duo aus dem Handel besitzen. Bietet es vorher jemand „gebraucht“ oder „originalverpackt“ gegen Vorkasse an, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Betrug.
Unterm Strich kann ein gebrauchtes Foldable ein gutes Geschäft sein, gerade weil die Neupreise so hoch sind. Die Prüfung dauert aber länger als bei einem klassischen Smartphone: Innendisplay und Folie, Scharnier, Belege – und vor allem der Sperrstatus. Mit IMEI Safe prüfen Sie die IMEI vor dem Treffen auf Blacklist-Einträge und Sperren und wissen damit, ob sich der Weg überhaupt lohnt.