Gefälschte oder geklonte IMEI erkennen: Warnzeichen für Privatkäufer
· TR Vertriebs GmbH
Woran Sie beim Gebrauchtkauf erkennen, dass eine IMEI manipuliert oder von einem anderen Gerät kopiert sein könnte.
Die IMEI ist die 15-stellige Seriennummer, die ein Mobilfunkgerät im Netz eindeutig identifiziert. Für Privatkäufer ist sie beim Gebrauchtkauf ein wichtiger Ankerpunkt: Sie verrät, ob ein Gerät gesperrt, gestohlen gemeldet oder umetikettiert wurde. Betrüger versuchen deshalb gelegentlich, eine unauffällige IMEI vorzutäuschen oder die Nummer eines anderen Geräts zu übernehmen. Sie müssen keine Technik beherrschen, um Warnzeichen zu erkennen — es genügt, ein paar einfache Prüfungen konsequent durchzuziehen und auf Widersprüche zu achten.
Der erste Schritt ist ein Abgleich der Nummer an mehreren Stellen. Wählen Sie *#06# auf dem Gerät, notieren Sie die angezeigte IMEI und vergleichen Sie sie mit den Einstellungen (unter Info bzw. Über das Telefon), mit der Gravur auf dem SIM-Schacht und mit dem Aufkleber auf der Verpackung. Auf modernen Geräten mit zwei SIM-Profilen erscheinen zwei IMEIs — das ist normal. Verdächtig wird es, wenn dieselbe Stelle unterschiedliche Nummern zeigt oder ein Etikett offensichtlich überklebt wurde.
Die letzte Ziffer einer IMEI ist eine Prüfziffer nach dem Luhn-Verfahren. Eine korrekt aufgebaute IMEI besteht diese rechnerische Prüfung — das bestätigt aber nur die Form, nicht die Echtheit. Auch eine frei erfundene Nummer kann die Luhn-Prüfung bestehen, wenn sie passend konstruiert wurde. Verlassen Sie sich deshalb nie allein darauf, dass eine Nummer gültig aussieht. Erst der Abgleich mit dem tatsächlichen Gerät und ein Status-Check gegen Sperr- und Herstellerdaten geben ein belastbares Bild.
Die ersten acht Ziffern der IMEI bilden den Type Allocation Code (TAC) und codieren Hersteller und Modell. Ein einfacher Plausibilitätstest: Passt das Modell, das der TAC beschreibt, zum Gerät, das Sie in der Hand halten? Ein iPhone, dessen IMEI auf ein völlig anderes Modell oder einen anderen Hersteller verweist, ist ein deutliches Warnsignal. Ein IMEI-Check löst den TAC auf und zeigt das hinterlegte Modell — Abweichungen zwischen angezeigtem und tatsächlichem Gerät sollten Sie ernst nehmen.
Beim Klonen wird die IMEI eines echten Geräts auf ein zweites kopiert. Das zweite Gerät sehen Sie natürlich nicht, aber es gibt indirekte Hinweise: ein Gerät, dessen IMEI bereits als gestohlen oder gesperrt geführt wird, obwohl der Verkäufer alles in Ordnung beteuert; wiederkehrende Netzprobleme; oder eine IMEI, die in einem Check mit widersprüchlichen Statusinformationen auftaucht. Auch wenn ein Verkäufer nicht erklären kann, woher das Gerät stammt, ist Vorsicht angebracht.
Achten Sie zusätzlich auf das Verhalten und die Begleitumstände. Warnzeichen sind unter anderem ein zerkratzter oder erkennbar ersetzter Aufkleber, die Weigerung, *#06# vor Ort einzugeben, eine Verpackung mit abweichender Nummer, ein Preis deutlich unter Marktwert, eine fehlende Rechnung oder Druck, schnell abzuschließen. Einzeln muss keiner dieser Punkte etwas bedeuten — häufen sie sich, sollten Sie den Kauf hinterfragen.
Im Zweifel gilt: erst prüfen, dann zahlen. Lassen Sie sich die IMEI direkt am Gerät über *#06# zeigen, führen Sie damit einen Status-Check durch und vergleichen Sie das Ergebnis mit dem sichtbaren Modell. Passt etwas nicht zusammen und der Verkäufer kann es nicht nachvollziehbar erklären, ist ein Rückzug die sicherste Entscheidung. Bewahren Sie bei einem Kauf Belege, Chatverläufe und die geprüfte IMEI auf — das hilft, falls später Fragen auftauchen.